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Schwarzwald - Der "Silberne Stern" des SimplizissimusSchwarzwald

Der "Silberne Stern" des Simplizissimus

Im Schwarzwald haben mehr bedeutende Menschen gelebt, als mancher glauben mag. Vor allem Dichter und Maler waren es, die sich hier zuhause fühlten. Johann Peter Hebel zum Beispiel, der Dichter und Kalendermacher, der vor 200 Jahren lebte und dessen Geschichten man heute noch mit Genuß und Vergnügen liest, lebte lange Zeit in Hausen und wird dort alljährlich an seinem Geburtstag mit dem "Hebel-Mähli" geehrt, bei dem man die zwölf ältesten Männer des Dorfes bewirtet. (Mehr über Johann Peter Hebel finden Sie unter der Überschrift Der Dichter und Kalendermacher.) Oder Hans Thoma, der berühmte Maler, der in Bernau zur Welt kam und dem man dort ein Museum eingerichtet hat. Doch echte Gedenkstätten, die vielleicht sogar Aufschluß über die Lebensumstände eines Großen geben, sind selten. Immerhin: Eine gibt es. Und das ist eine Kneipe.

In Gaisbach, das heute zu Oberkirch gehört, hat ein berühmter Gastwirt an einem noch berühmteren Buch gearbeitet: Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (über den Sie auch im Kapitel Schwarzwälder Geschichten einiges lesen können) an seinem "Simplizissimus", dem bedeutendsten Stück deutscher Barockliteratur. Sein Gasthaus, der "Silberne Stern", steht seit über 300 Jahren, ist kaum verändert, hat täglich geöffnet und einen kundigen Wirt, der noch ein wenig vom Ruhm seines Vorgängers zehren darf:

"Ja, man muß schon sagen, daß viele Leute kommen, um mal zu schauen, wo Grimmelshausen gelebt hat oder wo der Simplizissimus entstanden ist. Gerade in der neueren Zeit ist das Interesse wieder größer geworden. Die Forscher sind der Ansicht, daß der größte Teil dieses Buches in Gaisbach entstanden ist, während der Zeit, in der Grimmelshausen Gastwirt war. Er hatte nicht so viele Gäste, daß er keine Zeit zum Schreiben gehabt hätte. Denn in dieser Zeit hat Gaisbach nur etwa 40 Einwohner gehabt."

Der "Abenteuerliche Simplizissimus" ist eins der besten, auch der schönsten Bücher über den Dreißigjährigen Krieg.

Es hat vor allem den Vorzug, daß sein Autor fast diesen ganzen Krieg miterlebt hat. Er wurde drei Jahre nach Kriegsbeginn, 1621 (vielleicht auch 1622), am Rande des Spessarts geboren und kam später an den Oberrhein, wo er als Musketier in kaiserlichem Dienst stand. 1639 verdingte er sich bei Hans Reinhard von Schauenburg, der zur Verteidigung der Stadt Offenburg eingesetzt war, als Schreiber.

Nach dem Krieg kehrte er nach Offenburg zurück, heiratete und wurde dann in Oberkirch-Gaisbach (wo noch heute die Ruine Schauenburg steht) Verwalter bei seinem Dienstherrn. Er kümmerte sich um die verwüstete Landwirtschaft, setzte Verträge auf, trieb Außenstände ein und schlichtete Streitigkeiten.

Aber nach zehn Jahren wechselte er zum Medicus Dr. Johannes Küffer, dessen Ullenburg er verwaltete (im Oberkircher Stadtteil Tiergarten sehen Sie noch Reste dieser Burg). Und dann ging er an die Literatur.

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